Fachinformationen rund um's Kleben von

Sicherheitsetiketten

Sicherheitsetiketten bieten Schutz vor Ablöse- und Manipulationsversuchen. Sie finden sich etwa als Prüfplaketten auf Geräten, Maschinen und Anlagen, als Siegel- oder Verschlussetiketten zum Abwenden von Warenfälschungen oder zur Diebstahlverhinderung von werthaltigem Firmeninventar. Hochentwickelte Hologrammfolien sowie retroreflektive Authentifizierungsprodukte mit zum Teil verdeckten Sicherheitsmerkmalen bieten effektiven Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie.

Sicherheitsetiketten sollen Manipulationen an Etiketten bzw. den damit geschützten Produkten oder Objekten verhindern. Dies dient z. B. der Verhinderung von Warenfälschungen, dem Erkennen von unbefugtem Öffnen technischer Geräten oder zur Dokumentation des von Prüfstatus von Geräten, Maschinen und Anlagen. Da es nicht möglich ist, solche selbstzerstörenden Sicherheitsetiketten ohne Spuren abzuziehen und ggfs. später anders zu nutzen, werden Manipulationsversuche sofort erkennbar. Diese Manipulationssicherheit zählt daher zu den Haupteigenschaften von Sicherheitsetiketten. Hinzu kommt bedarfsweise Fälschungssicherheit etwa durch Einsatz von speziellen Etiketten mit Hologrammfolie oder Farbverschiebungs-Authentifizierungssystemen.

Typen von Sicherheitsetiketten und Anwendungsbereiche

  • Prüfplaketten sind recht verbreitet. Sie finden sich auf Fahrzeugen und im Fuhrpark ebenso wie auf Flurförderfahrzeugen, bei Sicherheitseinrichtungen und -geräten wie Feuerlöschern und Erste-Hilfe-Kästen bis hin zu Waagen, Kassen oder Waren-Scannern und dokumentieren dort etwa den Prüfstatus. Dieser benennt den letzten oder den nächsten Prüftermin. Oft müssen Prüfplaketten dabei im Außeneinsatz jeder Witterung trotzen – bis zum nächsten Prüftermin. Eine Prüfplakette, oftmals als Rollenware, besteht aus einer speziellen Sicherheitsfolie, welche beim Versuch, die Sicherheitsetiketten zu entfernen und auf ein anderes Objekt zu übertragen, sofort zerreißt.
    Prüfergebnisse mittels Plaketten werden überwiegend dokumentiert auf Gebieten, wo eine Prüfung nach gesetzlichen Regelungen gefordert ist, wie nach UVV, BGV, ArbSchG, BetrSichV oder Bestimmungen der Berufsgenossenschaften.
  • Siegeletiketten werden meist über zwei Gehäusehälften z. B. von hochwertigen elektrischen Geräten geklebt. Beim Öffnen des Gehäuses, etwa bei eigenmächtigen Reparaturversuchen, würde das Etikett, auch als Verschlussetikett bezeichnet, zerreißen. Oftmals dienen solche Aufkleber auch als Garantiesiegel mit dem Schriftzug „warranty void if seal is broken“ („Bei Siegelbruch erlischt die Garantie") versehen. Sie sollen auch verhindern, dass die Ware den Kunden nicht im Originalzustand erreicht, was sich negativ auf den guten Ruf eines Unternehmens auswirken würde. Siegeletiketten finden sich daneben auch an Verbandskästen, die regelmäßig überprüft und nach dem Öffnen nachgefüllt werden müssen. Entsprechendes gilt für andere Erste-Hilfe-Einrichtungen wie Notduschen, Defibrillatoren und Krankentragen.
  • Dokumentenfolien bestehen meistens aus einer besonderen PE-Folie. Diese zerreißt beim einem Äblöseversuch in winzige Stückchen, die auf dem gesicherten Objekt verbleiben. Dokumentenfolien dienen etwa der Diebstahlverhinderung, zur Betriebsmittel-Inventarisierung bei werthaltigem Firmeninventar wie Notebooks, Bildschirmen, Druckern, Werkzeug, Maschinen oder Poolfahrzeugen. Hochleistungsfähige Dokumentenfolien bzw. -etiketten haften auch auf strukturierten, unebenen oder leicht öligen Oberflächen. Sie sind im Basisdruck bedruckbar oder im Thermotransferdruck nachbeschriftbar.
    Verbreitet sind Dokumentenfolien bzw. -etiketten, die beim Ablöseversuch auf dem Untergrund ein silbernes Schachbrett- bzw. Rautenmuster (Checkerboard-Folie) hinterlassen, aber auch den Schriftzug „Void“ oder sogar den Firmennamen, der selbst nach harten Attacken noch lesbar auf dem Untergrund verbleibt. Solche Folien gibt es auch beständig gegen Wasser, Öl und Laugen und sie lassen sich manuell beschriften. Spezielle Varianten der VOID-Folie für besonders kleine Gegenstände sind so genannte Trianglefolien, die auf dem Untergrund winzige Dreiecke hinterlassen. Das Etikett wird so unbrauchbar und Manipulationsversuche werden sofort erkannt. Der Acrylatklebstoff der 3M Sicherheitsfolien zeichnet sich durch eine hohe Anfangshaftung aus und dies sogar auf kritischen niederenergetischen Untergründen wie z. B. PE/PP. Damit gelingt es, das Inventar besonders schnell zu kennzeichnen. Mit solchen Folienetiketten lassen sich nicht nur Inventurgüter eindeutig und rechtssicher kennzeichnen, sie schaffen auch schlanke Inventurabläufe.
    Eine zerstörbare Polyethylen-Sicherheitsfolie, die sich nicht in einem Stück von ihrem Untergrund lösen lässt, ist z. B. das Produkt 76968E von 3M. Die bedruckbare weiße PE-Folie wird beim Versuch sie abzulösen durch eine Aufspaltung der Folienschichten zerstört und sichert auf diese Weise gegen Manipulationsversuche durch Übertragung.
  • Hologrammfolie findet sich oftmals zum sicheren Versiegeln von Verpackungen und als Schutz vor Produkt- sowie Markenpiraterie. Diese Etiketten werden kundenspezifisch gefertigt und beinhalten zum Beispiel Seriennummer und Firmenlogo als optisch ansprechendes Hologrammbild, das sich je nach Betrachtungswinkel zu verschieben scheint. Thermotransfer-Hologramme schimmern wie ein Regenbogen. Solche offenen Hologramme werden gelegentlich auch mit verborgen Motiven ergänzt, die sich nur mittels eines speziellen Verifikationsschlüssels identifizieren lassen. Den Zugriff auf den sicheren Schlüssel kontrolliert ausschließlich der Markeninhaber. Dieser gibt auch vor, welche Geschäftspartner in der Lieferkette die Authentifizierung der verborgenen Merkmale vornehmen können. Solche hochauflösenden Sicherheitshologramme sind nur mit einem sehr hohen Aufwand zu fälschen. Am Markt sind zum Beispiel auch retroreflektive Authentifizierungsprodukte, etwa von 3M, mit hochentwickelten und zum Teil verdeckten Sicherheitsmerkmalen. Dazu zählen mittels Laser lesbare Hologramme, holographische Mikrotexte, optische Wasserzeichen sowie ein UV-sichtbarer Aufdruck.

Spezielle Sicherheitsfolien

  • Farbverschiebungs-Authentifizierungssysteme basieren auf einem patentierten, optisch wirksamen Polymerfilm aus etlichen Hundert Schichten. Bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln wird das Licht so zwischen den zahllosen Filmschichten gebrochen, dass ganz einzigartige Farbverschiebungs-Sequenzen entstehen. Die so genannte Clear-to-Cyan-Technologie verwendet einen Film, der bei unmittelbarer Draufsicht ganz klar erscheint, unter einem anderen Betrachtungswinkel jedoch türkisfarben wird. Derartige optisch ansprechende, leicht zu authentifiziere Sicherheitslösungen gelten als weitgehend fälschungssicher.
  • Floating Image Technologie
    Hierbei handelt es sich um Sicherheitsfolien aus manipulationsanzeigendem Material. Das optisch veränderbare Authentifizierungsprodukt (engl. Optically Variable Device, kurz OVD), ist z. B. unter dem Namen Confirm von 3M auf dem Markt. Es enthält sowohl offen sichtbare Sicherheitsmerkmale (Motive, die auftauchen und/oder schweben, wenn man sie unter wechselndem Winkel betrachtet), als auch verdeckte Sicherheitsmerkmale wie unter UV-Licht sichtbare, retroreflektive schwebende Bilder.

Zertifizierung

Für einen Marktzugang in die USA bzw. Kanada und damit auch einen schnellen globalen Marktzugang, ist es erforderlich, Sicherheitsetiketten mit einer UL- und cUL-Zulassung versehen zu lassen (Underwriter Laboratories Inc., kurz UL). Das Siegel UL-listed gewährleistet nicht nur, dass eine repräsentative Probe des Produktes von UL untersucht wurde und eine Übereinstimmung mit den gültigen Sicherheitsanforderungen existiert. Es belegt auch, dass das eingesetzte Rohmaterial eines Etiketts durch UL zertifiziert wurde – z. B. die PVC-Folie für Vinyletiketten. Wird das Rohmaterial zu einem Fertigprodukt weiterverarbeitet, würde die Zulassung allerdings verloren gehen, sofern das weiterverarbeitende Unternehmen nicht als so genannter UL-Repacker zertifiziert ist. Nur bei Verarbeitern, die als UL-Repacker zugelassen sind, wird der UL-Status auch nach der Weiterverarbeitung zum Endprodukt beibehalten.