Fachinformationen rund um's Kleben von

Typenschilder

Verbreitet sind Typenschilder zur dauerhaften Kennzeichnung von Fahrzeugen, Maschinen, Geräten oder Werkzeugen mit Daten und Seriennummer. Typenschilder müssen oft extremen Anforderungen standhalten, Wind und Wetter trotzen und auch unter rauen Industriebedingungen dauerhaft lesbar bleiben. Moderne selbstklebende Kunststoff-Hochleistungs-Folienetiketten erfüllen solch hohe Anforderungen genauso wie Typenschilder aus Metall. Einschlägige Zertifizierungen erfolgen nur durch Absolvierung umfangreicher Prüfprozeduren.

Funktion

Typenschilder (oft auch als Leistungs-, Geräte- oder Maschinenschilder bezeichnet) werden zur eindeutigen, dauerhaften Kennzeichnung und Identifikation von Maschinen, technischen Geräten, elektronischen Bauteilen oder Werkzeugen eingesetzt. Sie enthalten neben beschreibenden Informationen des jeweiligen Gegenstandes, wie z. B. Firmenlogo/Hersteller, Typbezeichnung und Seriennummer auch Hinweise auf gesetzlich geforderte Nachweise wie TÜV-, CE-, GS-, RoHS- oder VDE-Konformität sowie Prüfsiegel. Typenschilder nennen das Baujahr und enthalten technische Angaben wie Leistungsdaten, elektrische Anschlussleistung und Sicherheitshinweise. Barcodes für eine eindeutige Identifizierung finden sich hier ebenfalls.

Geforderte Eigenschaften

Typenschilder gehören zur ureigenen Maschinenkennzeichnung. Die Informationen darauf sollen gut sowie dauerhaft lesbar und daneben auch optisch ansprechend sein. Damit die aufgedruckten Informationen über Jahrzehnte hinweg hervorragend auch unter rauen Industriebedingungen lesbar bleiben und extremen Anforderungen standhalten können, müssen sie äußerst robust und beständig gegen mechanischen Abrieb, Säure, Licht, Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit sein sowie Wind und Wetter trotzen. Äußere Einflüsse dürfen keine Chance haben, die Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Typenschilder müssen unter allen Umständen unlösbar mit dem Untergrund verbunden bleiben und dazu noch Sicherheit gegen Verfälschung bieten. Durch viele kleine Symbole oder asiatische Schriftzeichen stellen sie zudem besondere Anforderungen an die Wahl der Druckauflösung.

Anwendungen/ Einsatzbereiche

Sehr gebräuchlich sind Typenschilder insbesondere bei

  • Kraftfahrzeugen
  • Maschinen bzw. Maschinenteilen, Motoren, Flugzeugkomponenten, Elektronikprodukten
  • Haushalts-/Küchengeräten (Herde, Backofen, Kochfeld, Waschmaschine etc.)

Materialien

Robuste Typenschilder aus Metall (aus geätztem Edelstahl oder eloxiertem Aluminium) sind üblicherweise so langlebig wie die Maschinen und Geräte selbst, auf denen sie angebracht werden. Dies gilt heutzutage aber auch für leistungsfähige selbstklebende Folien-Etiketten. Verbreitet sind Typenschilder aus:

  • Kunststoff-Hochleistungsfolie, z. B. Polyesterfolie
  • metallisierter Polyesterfolie
  • chemikalienresistenter Aluminiumfolie
  • Eloxal-Unterdruck-Aluminium
  • innovative Typenschilder gibt es inzwischen auch aus laserbeschreibbaren Etikettenfolien, bei denen kundenindividuelle Daten mittels eines YAG-Lasers aufgebracht werden.

Dank Spezialklebstoffen gehen moderne Etiketten eine hoch belastbare Verbindung mit dem Klebuntergrund ein. So eignet sich z. B. für Typenschilder auf schwer zu klebenden Oberflächen die neue Transferklebstoff-Serie 360 von 3M: Die nur 50 µm dicke Klebstoffschicht auf dünnem Tape besitzt eine höhere Schäl- und Scherfestigkeit als übliche Klebefolien. Mit einer starken Anfangshaftung gewährleistet sie eine schnelle und sichere Klebung auf einer breiten Fülle von hoch- sowie niederenergetischen Oberflächen, wie z. B. pulverbeschichteten Untergründen oder solchen aus ABS, PP, HDPE, LDPE oder Nylon. Zudem ist die Klebstoff-Serie 360 hitzebeständig bis 180 °C, lösungsmittelbeständig und resistent gegen raue Umgebungsbedingungen sowie mechanische und chemische Belastungen.

Zum Bedrucken speziell für Typenschilder im Fahrzeugmotorraum liefert auch die Thermoscript-Folie 7870E von 3M gute Ergebnisse. Bei der chemikalien- und lösungsmittelbeständigen Polyesterfolie mit einem Universalklebstoff auf Acrylat-Basis, die sich im Thermotransferdruck nachträglich beschriften lässt, ist das Druckbild gut beständig gegen Abrieb, Brems- und Hydraulikflüssigkeit, Diesel, Toluol sowie Flussmittel.

Zertifizierungen/Richtlinien für Typenschilder

Maschinenrichtlinie

Produzierende Unternehmen sind heute verpflichtet, eine eindeutige Herstellerreferenz auf den Maschinen und Geräten anzubringen. Typenschilder fallen unter die neue Maschinenrichtlinie (2006/42/EG), die das Inverkehrbringen von Maschinen in der Europäischen Union regelt. Danach sind nach Anhang I 1.7.3 der Richtlinie zumindest nachfolgende Angaben deutlich und dauerhaft lesbar auf Maschinen anzubringen:

  • Herstellername
  • Maschinenbezeichnung
  • Baureihen- oder Typenbezeichnung sowie Seriennummer
  • Baujahr
  • CE-Kennzeichnung

Typenschilder/-Etiketten mit UL Zertifizierung

Für den Fall, dass Produkte, Maschinen und Geräte in die USA oder nach Kanada exportiert werden, benötigen man Typenschilder mit UL-, cUL- bzw. CSA-Zulassung, denn dort sind die Produkthaftungsgesetze deutlich strenger als in Europa. Als anerkannter Nachweis, dass die amerikanischen bzw. kanadischen Sicherheitserfordernisse erfüllt werden, gilt das bekannte UL-Prüfzeichen. Ein Produkt, Material oder System das dieses Prüfsigel trägt, darf dann in diesen Ländern vertrieben werden.

Die gleichen Erfordernisse gelten übrigens auch für ein Typenschild/-Etikett, das auf einem solchen Produkt angebracht ist. Auch dieses muss bei einem Vertrieb in Nordamerika aus einem UL-gelisteten Material gefertigt sein. UL-zertifiziertes Etikettenmaterial muss dafür z. B. gegen mechanische Belastungen, Witterung, erhöhte Temperaturen, das Eintauchen in Wasser, Benzin, Öl, Schmierstoffe sowie gegen UV-Licht beständig sein. Ebenfalls geprüft wird die Widerstandskraft der Typenschild-Etiketten im Innen- sowie Außenbereich.

Testverfahren

Die Erlangung von UL-, cUL- oder CSA-Zertifizierungen ist aufwendig und kostenintensiv. Um den Prüfaufwand für ihre Marktpartner zu begrenzen, haben gute Folien-/Etiketten-Hersteller daher ihr umfassendes Produktportfolio zusammen mit den gängigen Nachbeschriftungsmethoden anerkennen lassen. So verfügt z. B. der Anbieter 3M über ein eigenes UL-/cUL-anerkanntes Prüflabor, in dem der Produzent seine Kennzeichnungsfolien nach der definierten UL 969 Prüfprozedur, der Norm für „Kennzeichnungs- und Etikettierungssysteme“, auf die Einsetzbarkeit als Typenschild-Material überprüft. Das Prüfverfahren ermittelt die genaue Haltfähigkeit der Klebeverbindung sowie die Lesbarkeit von Typenschild-Etiketten und legt auch fest, wie die Tests durchzuführen sind. Geprüft werden Etiketten/Kennzeichnungssyteme dort auf Qualitätsmerkmale wie

  • u. a. Scherfestigkeit mittels Klebkraftprüfung
  • Test der mechanischen Abriebbeständigkeit von Folien und ihrer Bedruckung in einer Außenbewitterungsanalage und im Klimawechselschrank auf Kälte-/Wärme-/Feuchtigkeitsbeständigkeit sowie UV-Licht-Beständigkeit
  • Nachbeschriftungstest für verschiedene Drucktechnologien; dazu zählen auch optimal abgestimmte Farbbänder mit anwendungsspezifischer UL-Freigabe sowie dafür zulässige, betriebssichere Thermotransferdrucksysteme

Die UL/cUL-Anerkennung bezieht sich dabei stets auf alle Produktions-Vorstufen solcher Etiketten, angefangen bei der Materialerzeugung über Verarbeitungsprozesse bis zum Inverkehrbringen. Für jede solcher Stufen muss ein entsprechender Nachweis erbracht werden. Auch wenn schließlich für alle Komponenten die UL-Konformität belegt ist, benötigt man noch eine exklusive Zulassung für das bestimmte Typenschild, um am Ende das entsprechende UL-, cUL- bzw. CSA-Symbol auf das Typschild aufbringen zu können. Nur so ist man autorisiert ein Typenschild mit UL-Listing-Prüfzeichen (ein eingekreistes UL-Logo, gefolgt von dem Wort „LISTED“) zu applizieren und kann so das Risiko eines Exportverbotes oder einer Rückrufaktionen vermeiden.