Fachinformationen rund um's Kleben von

Filz kleben

Filz ist ein Textilmaterial mit langer Tradition. Aufgrund seiner Eigenschaften ist der Stoff ein universelles und gern genommenes Material für Isolierzwecke, zum Polstern, Auskleiden und Basteln. Um Filz mit anderen Materialien zu fügen, ist Kleben eine der wenigen effizient funktionierenden Verbindungstechniken. Hier kommt es allerdings auf den richtigen Klebstoff passend zum Untergrund an.

Bei Filz handelt es sich um ein textiles, nicht gewebtes Fasermaterial, das aus unregelmäßig angeordneten, nur schwerlich zu trennenden Fasern besteht.

Grundsätzlich unterschieden bei der Herstellung werden:

  • Das Nassfilzen (das auch die Walkfilze umfasst) mit Hilfe von Dampf sowie alkalischer Seife. Dies ist die althergebrachte, handwerkliche Verarbeitungsmethode, um aus Wolle bzw. Tierhaaren (z.B. von Schafen) Filz herzustellen. Gleichzeitiges Walken führt zu einem gegenseitigen Verquicken der einzelnen Fasern. Schafhaare (Wolle) etwa mit ihren mikroskopisch kleinen aufgestellten Schuppen an der Oberfläche verhaken sich so beständig ineinander, dass sie sich nicht mehr lösen. Gleichzeitig schrumpft das Werkstück merklich und in der Folge führt dies zu einem festen textilen Flächengebilde.
  • Beim Trockenfilzen hingegen wird getrocknete Wolle mittels spezieller Filznadeln mit Widerhaken (meist mittels Rollen) mechanisch in Form gebracht. Oft kommen beim so genannten Nadelfilz auch Chemiefasern oder auch Pflanzenfasern zum Einsatz.

Geschichte

Als Meister der Filzerzeugung in Asien galten die Tibeter in West-China und die Mongolen. Hier wurden z.B. Filzmützen gefunden, die aus der Zeit um 1900 v. Chr. datieren und sich als gepresste Tierhaare identifizieren ließen. Archäologische Funde belegen sogar den Filzgebrauch in der Jungsteinzeit. Ausgrabungen in dem steinzeitlichen zentralanatolischen Dorf Çatal Hüyük datieren die Verwendung von Filzmaterial in die Periode um 6000 v. Chr. Die kunsthandwerkliche Tradition des Filzens wurde in neuerer Zeit wiederentdeckt, zum Beispiel für Pantoffeln, Hausschuhe, Jacken, Hüte, Westen und Schals, heute aber auch im industriellen Bereich: So findet sich Filz in Baustoffen, zum Beispiel als Fußbodenplatten oder als Werkstoff zum Dämmen, Polstern und Auskleiden. Ferner ist Filz ein gern genommener Stoff für Bastelarbeiten.

Eigenschaften

Filz ist überaus widerstandsfähig, dehnbar und druckelastisch, sodass er kaum knittert. Zudem ist das Material nur schwer entflammbar und sehr saugfähig. Ebenfalls hervorzuheben sind seine guten Isolationseigenschaften: Zum einen isoliert Filz gut gegen Kälte und Hitze, zum anderen ist Filz schallhemmend.

Der passende Klebstoff zum Material

Für das nahezu universell einsetzbare Material Filz ist eine umfassende Auswahl an Klebstoffen verfügbar, mit denen sich Filz verarbeiten lässt. Doch je nach Untergrund, auf den Filz geklebt werden soll, muss der entsprechende Klebstoff ausgewählt werden. Nimmt man einen Ungeeigneten, hält Filz weder richtig noch lange.

Besonders Sprühklebstoffe haben sich hier bewährt. Sie sind vielseitig verwendbar zum dauerhaften oder wiederlösbaren Kleben von Filz mit sich selbst oder mit anderen Werkstoffen wie Textilgewebe, Holz, Kork, Pappe, Metall, Glas und diversen Kunststoffen. So lässt sich der Klebstoff etwa mit den sprühbaren Scotch-Weld Aerosolen von 3M sozusagen auf Knopfdruck schnell und einfach ausbringen. Das Produkt Scotch-Weld 76 ist ein solcher Aerosol-Klebstoff auf Basis synthetischer Elastomere für dauerhafte Verbindungen mit hohen Festigkeiten und guter Temperaturbeständigkeit. Damit gelingen sogar Filz-Klebungen mit schwer zu klebenden Schaum- und diversen Kunststoffen (darunter PE und PP).

Und die sprühbaren Aerosol-Klebstoff-Produkte Scotch-Weld 74 und 90 zeichnen sich durch ihre kurze Ablüftzeit und Klebspanne aus, die ein schnelles Verarbeiten erlauben. Scotch-Weld 74 eignet sich auch zum Kleben von Filz mit flexiblen Schaumstoffen wie Polyurethan- und Latexschäumen.

Auch Lösemittelklebstoffe, oft auch als „Alleskleber“ bezeichnet, kleben Filz auf Filz sowie auf verschiedenste Materialien wie Metall, Kunststoff, Leder, Textilien, Holz, Kork, Pappe, Gummi, Keramik hin bis zu Beton. Der Vorteil: Alleskleber lassen sich leicht applizieren und verfügen zudem über gute Benetzungseigenschaften. Nach dem Verdunsten der Lösemittel erreichen sie schnell gute Festigkeiten. Aufgetragen wird der Klebstoff meist auf beiden Seiten und nach dem Verstreichen der Ablüftzeit (Klebspanne) werden die Teile anschließend mit Druck zusammengefügt. Es reicht ein einseitiger Auftrag (Nassklebung), falls eine der beiden Seiten porös ist. Zu nennen sind hier Produkte wie etwa der Scotch-Weld Lösemittelklebstoff 1099 und Scotch-Weld 2141 ist zum Beispiel prädestiniert zum Kleben von Filz mit Gummi, Natur- und Kunstkautschuk.

Ähnliche Einsatzbereiche und Merkmale wie die Lösemittelklebstoffe haben die 3M Scotch-Weld Dispersionsklebstoffe auf Basis von Acrylat und Polychloropren. Diese Klebstoffe sind allerdings in Wasser dispergiert. So eignet sich der Acrylat-Dispersionsklebstoff Scotch-Weld 49 zum Kleben von Isoliermaterialien wie Stein- oder Glaswolle mit leichten Werkstoffen wie Filz oder auch mit Textilien, Vlies oder Styropor zu Holz. Der PSA-Klebstoff Scotch-Weld 4235 auf Acrylatbasis ist im Zusammenhang mit Filz auch bei durchscheinenden Kunststoffen wie ABS, PVC und EPDM einsetzbar.

Eine weitere Alternative, um Filz zu verkleben, sind Heißklebstoffe. Damit lassen sich sogar feuchte Filzteile zusammenkleben. Schmelzklebstoffe der Low- oder Hot-Melt Technologie von 3M aus thermoplastischen, lösemittelfreien Schmelzharzen ergeben gute Festigkeiten von Filz zu vielen anderen Werkstoffen wie Leder, Pappe, Papier, Holz, Kork, Glas und zu Metallen.

Profitipp: Sind Filzstücke zu dekorativen Zwecken auf Holz zu kleben, sollte es sich um eine möglichst ebene Holzoberfläche handeln. Tipp: Die Oberfläche mit einem feinen Schleifpapier leicht anrauen, dann kann der Klebstoff besser anhaften. Den Klebstoff möglichst dünn auftragen, das vergrößert die Kontaktfläche zum Holz und verhindert, dass der Klebstoff durch den Filz gelangt.

Eine weitere Möglichkeit ist es auch, einen selbstklebenden Filz auszuwählen.

Tipp: Billardtisch mit Filz bespannen

Das Bekleben eines Billardtisches mit Filz stellt hohe Anforderungen an Material und Arbeitsprozess, denn Qualitätsmängel können die spätere Spielfläche holprig und unberechenbar machen. Man sollte daher eher behutsam und sehr sorgfältig arbeiten:

  • Den Filz für die Bande und den Tisch mittels Teppichmesser passend zuschneiden.
  • Basis des Billardtisches ist in der Regel eine Schieferplatte. Diese muss gänzlich frei von Fremdkörpern sein.
  • Den Filz mit seiner Oberseite nach oben auf dem Billardtisch ausrollen (ein Etikett gibt meist einen Hinweis darauf, welche Seite oben ist. Die Spielfläche des Filzes kann sich auch glatter anfühlen oder einen „Strich“ in eine Richtung haben).
  • Wenn als Unterbau eine Holz- bzw. Spanplatte vorhanden ist, kann der Filz auch dort festgeklammert werden.
  • Ansonsten speziellen Sprühkleber verwenden, um den Filz auf dem Schiefer festzukleben.
  • Dazu Filz-Unterseite mit reichlich Klebstoff besprühen und auch den Schiefer einsprühen, auf dem der mit Klebstoff versehene Filz haften soll.
  • Den Klebstoff anziehen lassen, bis er ein wenig steif wird.
  • Sorgfältig den Filz auf dem Tisch festkleben: Dazu an einem Ende beginnen. Mit Helfer den besprühten Filz akkurat mit der Schiefplatte ausrichten und nach unten drücken.
  • Unbedingt sicherstellen, dass sich keinerlei Falten bilden, dazu den Stoff an jeder Seite mit gleichem Zug aufspannen. Fläche ggfs. mit einer Rolle abglätten.

Profis spielen übrigens auf einer sehr fest gespannten Filz-Oberfläche – diese lässt eine größere Geschwindigkeit zu.