Fachinformationen rund um's Kleben von

Beton kleben

Beton ist aufgrund seiner hohen Festigkeitswerte und seiner Witterungsbeständigkeit ein weit verbreiteter Baustoff. Für Klebeanwendungen sind hier vielfältige Produkte für ein breites Einsatzspektrum auf dem Markt: Sei es zum Kleben von Anbau- oder Einbauteilen, zum Befestigen von Ankern oder Schwerlastdübeln, zum Abdichten an Gebäudeteilen oder für die schnelle und einfache Ausbesserung von Betonflächen. Hier gilt es jedoch, stets den optimalen Klebstoff für den jeweiligen Anwendungsfall auszuwählen.

Beton, respektive Stahlbeton ist als Baustoff heutzutage nicht mehr wegzudenken: Beim Bau  von Häusern wird er meist für Decken, Stützen und Ringanker, bei größeren Gebäuden oft auch für Wände und Gründungen verwendet. Der Bau von Hochhäusern und Wolkenkratzern, Tunneln, Brücken, Stützwänden wird meist erst durch Beton möglich.

Das Erfolgsgeheimnis des Festbetons begründet sich zweifellos in seinen vielseitigen Eigenschaften:

  • hohe Druckfestigkeit – im Bauwesen üblicherweise mind. 20 N/mm² (Hochleistungsbetone sogar 150 N/mm²)
  • hoher Oberflächen-Verschleißwiderstand
  • Korrosionsschutz der Stahlbewehrung durch hohen pH-Wert des Betons
  • gute Brandschutz-Eigenschaften bei gleichzeitigem Brandschutz auch für den Bewehrungsstahl
  • guter Schutz vor Feuchtigkeit sowie Wasserundurchlässigkeit
  • freie Formgebungsmöglichkeiten und damit umfangreiche Design-Freiheiten bei der Oberflächengestaltung

Einsatzgebiete von Beton sind:

  • tragende Bauteile, Wände und Decken, Spannbetondecken, Böden im Innen- und Außenbereich
  • Mauern außen und innen
  • Boden- und Wegplatten
  • vorgefertigte Elemente wie Blocksteine für den Mauerwerksbau oder Waschbetonplatten
  • Gegengewichte an Kränen oder Blöcken als Wellenbrecher
  • Ständer (Sonnenschirm etc.)
  • Gartenbau: Einfassungen, Pflanzgefäße etc.

Häufige Klebeaufgaben bei Beton sind:

  • abdichten und kleben (gegenüber Wasser)
  • Bodenbeläge (Holz, Keramik oder aus Beton)
  • Befestigungselemente und Schwerlastdübel (Stangen, Anker, Gewinde) in gebohrte Löcher setzen
  • Verkleidungen an Betonwänden anbringen

Klebstoffarten für Beton-Klebungen

 1. Abdichtungen an Gebäudeteilen lassen sich gut mit chemischen Klebstoffen wie Acryl oder Silikon bewerkstelligen (z. B. Terrasse, Balkon, Regenrinne oder Kellerfundamente usw.).

2. Für punktuelle Klebungen eignen sich chemische Klebstoff auf Polymer-Basis, z. B. zum Befestigen und Kleben von Gewindestangen, Ankern und Schwerlastdübeln.

Die Verklebung von Einbauteilen, z. B. Elemente bei Steigleitern in Schächten erfolgt z. B. mittels 2-Komponenten Reaktionsharzklebstoff.

3. Für flächige Anwendungen kommen 2-komponentige Epoxidharz-Klebstoff in Frage, z. B. bei der Verklebung von überwiegend glatten Betonflankenflächen.

  • Zweikomponentige Epoxid-Feinspachteln sind z. B. ideal zum Verspachteln von Betonoberflächen. Wird auch angewandt zum Kleben von Beton, Stahl, Stein, Holz u.ä., sowie zur Instandsetzung von Betonschäden, zur Reparatur von Zementmörtelschichten sowie auch zum Schließen von Rissen

 

Kleben statt Dübeln

Es gibt für beinahe jede Anforderung den passenden Klebstoff für Beton, doch gilt es vorab Einiges zu beachten:

  • Ermittlung der erforderlichen Klebekraft (in kg/m²). Die Spanne der erzielbaren Klebekräfte liegt abhängig vom jeweiligen Produkt zwischen 50 kg/m² und 400 kg/m².
  • Vollflächig oder punktuell kleben? Hier gilt es zu berücksichtigen, ob das Ziehen von Raupen (aus der Kartusche oder mit einer Silikonspritze) ausreichend ist, oder ob der Klebstoff vollflächig verteilt werden muss.
  • Werkstoffkombination: Beton mit Beton oder Beton mit anderen Materialien
  • Innen- oder Außenbereich
  • Wasserabweisend oder wasserundurchlässig

Montageklebstoff kommt stets dann zur Anwendung, wenn Bohren, Dübeln, Schrauben nicht möglich ist oder vermieden werden soll. Weiterhin vorteilhaft: Klebungen benötigen kein teures Werkzeug, machen keinen Lärm und verursachen keinen Bohrstaub.

Gummi mit Beton kleben (z.B. für Abdichtungen)

Gelingt beispielsweise mit zähelastischem, dickflüssigen 2-K-Konstruktionsklebstoff mit Epoxidharz-Formulierung. Dieser verfügt über eine hohe Festigkeit, gutes Alterungsverhalten, lange Verarbeitungszeit.

Profitipp: Es gibt zahllose Gummimischungen mit jeweils verschiedenen Klebeeigenschaften. Die Verklebung kann durch Ausdiffundieren (Auswandern) von Inhaltsstoffen der Gummimischung geschädigt, geschwächt oder gar zerstört werden (manchmal erst nach längerem Einsatz und bei Wärmeeinwirkung). Wichtig ist also, vorher in Erfahrung zu bringen, welche Klebstoffe zu welcher Gummiart passen.

Wichtig: Gummioberflächen immer erst gründlich reinigen und anrauen.

Beton (auch Stein, Granit) mit Metallen (z.B. Aluminium) – blank kleben

Metalle-blank (Aluminium, Eisen, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Zinkblech etc.) besitzen verschiedene Klebeeigenschaften. Wichtig: Die Oberflächen müssen unbedingt fettfrei und sauber sein. Tipp: Die Klebeeigenschaften lassen sich durch Anschleifen der Klebefläche verbessern.

Geeignet sind hier normalerweise 2-Komponenten-Klebstoffe auf Basis von PUR oder Epoxidharz. Für einige Metallkombinationen bzw. Metalle (z. B. Edelstahl) funktionieren auch 2-K-Klebstoffe auf Basis MMA.

Speziell für das Baugewerbe (Kleben von Beton / Stein auf Metall, wie z.B. Aluminium) eignet sich zähelastischer 2-Komponenten-Konstruktionsklebstoff auf Acrylat- (schnelle Anfangsfestigkeit) bzw. Epoxidharzbasis (hoher Endfestigkeit) wie z.B. Scotch-Weld 7271 B / A von 3M. Der Hybrid-Konstruktionsklebstoff mit kurzer Verarbeitungszeit von 12 Minuten ist nicht fließend – daher ideal auch für Überkopfklebungen.

Beton (auch Stein, Granit) mit Glas kleben

Auch hier funktionieren dauerelastische Klebe-/Dichtmassen oder 2-K-Klebstoffe auf Basis von Epoxidharz.

Beton (auch Stein, Granit) mit duroplastischem Kunststoff kleben

Geeignet: je nach Anforderung 2-Komponenten-Klebstoffe auf Epoxidharz-Basis oder dauerelastische Dicht-Klebemassen, aber auch 2-K MMA- sowie 2-K PUR-Klebstoff.

Beton (auch Stein, Granit) mit thermoplastischem Kunststoff kleben

Eine nicht ganz unproblematische Werkstoffkombination, vor allem wegen der hohen Anzahl an thermoplastischen Kunststoffen (z. B. PC, PA, PS, ABS, SAN etc.). Ein möglicher Klebstoff für Beton-Kunststoff-Klebungen ist hier 3M Scotch-Weld DP 810, ein Konstruktionsklebstoff auf Acrylatbasis (MMA) zähelastisch, der schon bei Raumtemperatur gut aushärtet. Dieser klebt gleichzeitig auch Beton auf Metallen wie Aluminium, Stahl und Edelstahl.

Beton (auch Stein, Granit) mit Isolierhartschäumen aus XPS oder EPS (Styropor) kleben

Dieser Anwendungsfall liegt häufig vor, wenn es um Isolierungen auf Beton bzw. Mauerwerk geht. Für Styroporplatten sind spezielle Klebstoffe notwendig. Lösungsmittelfreiheit und schwere Entflammbarkeit sind hier Voraussetzung. Denn lösungsmittelhaltige Klebstoffe können dazu führen, dass sich das Material zersetzt. Eine sofortige Anfangsfestigkeit ist bei diesen großflächigen Verklebungen in der Regel ebenfalls notwendig. Diese lässt sich nur mit leistungsfähigen Kontaktklebestoffen herstellen (Klebestoffauftrag auf beide Materialoberflächen).

Instandsetzung von Beton – Risse reparieren in wenigen Minuten.

Für die schnelle und einfache Ausbesserung von Betonflächen bietet z. B. 3M selbstnivellierenden Zweikomponenten-Konstruktionsklebstoff auf Polyurethanbasis – z. B. für Ausbesserungsarbeiten bei Produktionshallen mit Betonfußböden. Scotch-Weld DP 600 SL härtet auch in tiefen Fugen und Rissen glatt aus – die Masse ist sogar haltbarer als Instandsetzungen mittels Beton. Der neue Klebstoff eignet sich aber auch zum Einbau von Fenstern oder Türen – auch bei der Befestigung von Verankerungen, von leichten Bolzen in Betonflächen leistet er gute Dienste.

Generell vernetzen Polyurethan-Montageklebstoffe mittels Feuchtigkeit, entweder aus dem Untergrund oder aus der Umgebungsluft – es ist jedoch eine Fixierung (bei schweren Gegenständen) und Anpressung nötig. PU-Klebstoff härtet schnell aus, verklebt starr, aber sehr fest, er ist innen und außen einsetzbar (geringe UV-Stabilität) und verfügt über eine gute Wasserfestigkeit.

Betongewebeklebebänder

Zum Abdichten von Betonverschalungen, Fixieren von Folien etwa bei Hochdruckreinigung und Verputzerarbeiten eignet sich bestens Betongewebeklebeband. Solch ein anschmiegsames, stark klebendes, reiß- und wasserfestes Gewebeband klebt nicht nur stark auf Beton, sondern auch auf Stein, Mauerwerk und anderen porösen Oberflächen. Speziell für Außenanwendungen eignet sich z. B. 3M Betongewebeklebeband 399.

Holz-Parkettverklebung auf Rohbetonböden (im Gegensatz zu Estrich)

Insbesondere wenn die Boden-Oberfläche stark geglättet worden ist, sind Betonböden in aller Regel viel dichter und weniger saugfähig als die üblichen Estriche. Dies führt dann zu einer niedrigeren Haftung von Grundierungen sowie Klebstoffen. Außerdem enthält Beton oftmals ein Spektrum von Additiven, die sich u.U. an der Oberfläche anreichern können.

Vorgehen:

  • Vor dem Aufbringen des Klebstoffes, die oberste Schicht durch Kugelstrahlen oder Fräsen abtragen und danach absaugen.
  • Dabei auf ausreichende Oberflächenfestigkeit, Ebenheit, Griffigkeit der Oberfläche, Risse und Verunreinigungen achten.
  • Epoxidharz-Grundierungen auftragen und danach absanden. Bei restfeuchtem Beton mit einem Wassergehalt bis zu fünf Prozent empfiehlt sich vorher mehrmaliger Auftrag einer dampfbremsenden Grundierung auf Epoxid-Basis.
  • Da evtl. die im Klebstoff vorhandenen Wasseranteile vom Holz aufgenommen werden und dort zu einem Quellen führen können, vorzugsweise wasserfreie Reaktionsharzklebstoffe verwenden, deren Abbindung mittels chemischer Reaktion erfolgt.